Hamburg, Schwammburg.

Beiträge vom April 2008

Was die lieben Freunde schreiben, Folge 2

19. April 2008 · 1 Kommentar

Habe meinen Körper untersucht: Nirgendwo Blut. Bin erleichtert.

Kategorien: Fernmündliche Indiskretion

Was die lieben Freunde schreiben, Folge 1

16. April 2008 · 2 Kommentare

Habe gerade den Eiffelturm als Arschgeige tituliert. Bin ich normal?

Kategorien: Fernmündliche Indiskretion

Folge 2: Versteckspielen

13. April 2008 · Kommentar schreiben

Kategorien: Was hat der Fernsehturm wieder angestellt?

Schanghaien

8. April 2008 · Kommentar schreiben

Erweitern Sie Ihren Grundwortschatz! Heute: Schanghaien.

Schanghaien bezeichnet in der Seemannssprache das gewaltsame Rekrutieren von Seeleuten, auch Pressen genannt. Wikipedia sagt: „In europäischen und nordamerikanischen Häfen (besonders aber in britischen) des 18. und 19. Jahrhunderts musste damit gerechnet werden: Presskommandos (teilweise Pressgangs genannt), bewaffnete Bootsbesatzungen, rekrutierten und vervollständigten die Mannschaft von Kriegsschiffen, indem sie Hafenviertel, zumal Seemannskneipen und Bordelle durchkämmten und mit Gewalt alle aufgriffen, derer sie habhaft werden konnten. Nicht selten wurden durch Schanghaien auch Besatzungen von Handelsschiffen ergänzt. Seeleute wurden durch Alkohol oder Niederschlagen betäubt, an Bord gebracht, unter Deck versteckt und erst an Deck gebracht, wenn das Schiff die offene See erreicht hatte. Für die Verschleppten war das bürgerliche Leben damit zumeist zu Ende. Es blieben ihnen nur zwei Möglichkeiten, sich entweder an Bord nachträglich freiwillig zu melden und damit doch noch das Werbegeld zu bekommen, oder sich als gepresst eintragen zu lassen und kein Werbegeld zu bekommen.“

Die Sache mit den Seemannskneipen und dem Ende des bürgerlichen Lebens kommt mir vage bekannt vor.

(Jacky Lourdes)

Kategorien: Schwall und Bauch

Was ich im Theater bitte nie (NIE) mehr sehen will

8. April 2008 · 1 Kommentar

  • obenrum Nackte
  • untenrum Nackte
  • komplett Nackte
  • sinnlos blökende Ophelia
  • karpfenhaft glotzender Hamlet
  • Heckel-und-Jeckelhaft auftretende Rosencrantz & Güldenstern
  • behinderte Schauspieler, die einen Schauspieler spielen (Plundermetaphorik!)
  • Monty-Python-Zitate in sog. Klassikern
  • Zimmerwirtinnen mit Perlonkniestrümpfen + zu kurzem Kittelschürzenrock
  • schlechte Giftmordsterbeszenen
  • Schmökelstücke, bei denen olle Zadek seine Finger im Spiel hatte

Was ich im Theater bitte sehr oft sehen will:

  • den doch recht hübschen Nikolai Kinski, dessen Talent zwar durchaus überschaubar scheint, der sich nicht für Dämlack-Tänze zu schade ist, der dafür aber mit derselben gruslig-sanften Stimme wie sein Vater Wörter wie „Schmeichelei“ sehr schön aussprechen kann
  • Schimpansen auf Einrädern

(Jacky Lourdes)

Kategorien: Sogenannte Hochkultur
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Karajan, Schmarajan

7. April 2008 · Kommentar schreiben

Was wir von Herbert von Karajan schon wussten:

  • eitel
  • gutaussehend
  • charismatisch
  • Opportunist
  • Selbstdarsteller
  • Segler (besessen)
  • Fetischist des Schönklangs
  • Superstar

Gelernt haben wir jetzt auch:

  • klein
  • diszipliniert („fast ekelhaft“, sagt, ja, Helmut Schmidt)
  • hässlich gealtert
  • bisweilen überwältigt
  • Regisseur
  • Pilot (besessen)
  • Stürmer und Dränger
  • Superstar

War das jetzt so viel Neues?

(Engelbert Engelbart)

Kategorien: Sogenannte Hochkultur
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Erstaunlich: Törö.

4. April 2008 · Kommentar schreiben

Kategorien: Wild und Hund

Wunderschön: Der Wendler auf – äh – noch mehr Koks.

4. April 2008 · Kommentar schreiben

Kategorien: Schlimmer geht immer

Grindel-Curry

4. April 2008 · 4 Kommentare

Wie schön sind Imbiss-Etablissements mit leicht abstoßenden Namen! Mit milder Resignation verweisen sie tuschelnd auf die Eitelkeit des gerade eingenommenen Mahls. Bevorzugt suche ich deshalb Buden auf, die vage eklig heißen, etwa den verlässlichen guten Fisch-Imbiss „Schabi“, dessen Name mich a) sehr naheliegend an das widerwärtige Tier namens „Schabe“ erinnert und b) eine alte Theorie von mir stützt, derzufolge der beste Name für ein Kaufhaus „Kaufi“ und der beste Name für einen Windhund „Laufi“ wäre.

Ein weiterer verlässlich guter Imbiss mit etwas grobem Namen: Grindel-Curry. Nicht nur die Nomenklatur überzeugt, auch die ausgezeichnete Lage nahe des Abaton-Kinos – und das ausgezeichnete Currywurst-Sortiment. Ungeschlagen auch die große Auswahl an Feist-Soßen, die zu den Pommes angeboten werden (u.a. Meerrettich und Erdnuss). Wer beim Aussuchen lange genug herumtändelt, erhält das Komplettsortiment zum Durchprobieren, ansprechend serviert in Alfons-Schuhbeck-gerechten Glasschälchen.

À la carte.

Grindel-Curry, Rentzelstraße 2

(Jacky Lourdes)

Kategorien: Feist
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Im Elendsbus nach Brüssel

3. April 2008 · Kommentar schreiben

Ein Schnaufen, ein Schnauben, ein Grunzen. Hilfe, Batman zermalmt mich!
Während mich das Gewicht des monströsen Chinesen mit der Superheld-esken Schlafbrille also immer unkommoder gegen die Fensterscheibe drückt, während die Temperaturen im Innern des unklimatisierten Reisebusses langsam den Bereich anpeilen, in dem tropische Farne recht gut gedeihen sollten, während sich die Käsebrote der hinter mir sitzenden blendend gelaunten Zivildienstleistenden qualvoll in quarzende Stinkgase transformieren, kurz: während ich die schlimmste Reise meines Lebens unternehme, frage ich mich matt, wie ich eigentlich nochmal genau in diese Malaise hineingeraten war.
Also: Freund in Brüssel, geplanter Besuch, Anfall von Knauserigkeit. Die deutlich billigste Variante: der Nachtreisebus. Warum auch nicht, dachte man arglos. Wer fährt schon nach Brüssel, elf Uhr, Freitagnacht? Sicher würde der Reisebus halb leer sein, ein Doppelsitz für jeden, auf dem man sich leidlich bequem lagern und die sieben Stunden Fahrt halbwegs in Würde überdauern konnte. Top.
Ein cleverer Plan. Mit winzigem Denkfehler. Wer hätte auch ahnen können, dass der Bus nach seinem Stop in Brüssel geradewegs nach Amsterdam weiterfahren würde? Amsterdam, eines der bevorzugten Ziele ekelhaft alternativer Schmuddel-Reisender, die gerne bei der erstbesten Gelegenheit die Schuhe ausziehen, ungebeten von ihrem unangepassten Leben berichten, dazu den Rhythmus auf den mitgeführten Bongos schlagen und vor Wonne ihre Wursthaare schütteln. Man kennt diese Brüder! Und mit diesen Knallchargen ist der Bus nun tatsächlich: vollbesetzt. Ok, noch höre ich keine Bongos. Aber noch liegen vier Stunden Fahrt vor uns.
Alles wäre viel einfacher zu ertragen, wäre der Bus ein klein wenig komfortabler. Leider handelt es sich aber um ein spartanisches Modell mit Sitzen, die sich nicht verstellen oder nach hinten neigen lassen und zudem so eng montiert sind, als hätten Menschen generell keine Beine. Schlafen ist so nur in nur in Shrimphaltung, vornüber zusammengekrümmt, möglich. Beziehungsweise: war möglich, bis irgendwann der Riesenchinese zustieg. Er setzte sich auf den einzigen freien Platz, der geblieben war, neben mich. Formal betrachtet setzte er sich eigentlich auf mich, denn sofort fiel er in einen grunzenden, tiefen Schlaf, in dessen Verlauf er sich immer weiter auf meine Seite des Doppelsitzes wuchtete.
Ich bin müde und etwas verzweifelt. Als der Bus zwischendurch grundlos längere Zeit auf einem verlassenen belgischen Hinterhof parkt, bin ich zu erschöpft, um mich darüber zu bekümmern. Ich stemme mich gegen meinen teigig wuchernden Sitznachbarn und schwitze still.
Irgendwann ist der Bus zurück auf der belgischen Autobahn, die von gelben Straßenlaternen in schmieriges Licht getaucht ist. Irgendwann werden gar die ersten Haltestationen angefahren. Noch ist es draußen stockdunkel und nicht zu erkennen, in welcher Stadt wir uns gerade befinden mögen. Vorsichtshalber gibt der Busfahrer die Stationsnamen nur wispernd durch, vermutlich will er den Chinesen nicht wecken. Die Käsebrotfreunde hinter mir öffnen klackend ein Konservenglas. Der Duft von Wurstwasser zieht durch den schwitzigen Passagierraum.
Als ich schon nicht mehr daran glaube, dann endlich der Busbahnhof von Brüssel. Der Freund ist zum Abholen gekommen und winkt. Ich werde einen günstigen Moment abpassen müssen, um ihm beizubringen, dass ich jetzt bei ihm wohnen werde. Ich kann nicht mehr zurück.

(Jacky Lourdes) 

Kategorien: Wir sind ja nicht bei armen Leuten. Oder halt: doch
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